von Antwerpen. 3
die blanken Metallſtäbe ſeines gegitterten Palaſtes, dort liebkoſen ſich auf den Kreuzſtäben eines Geſtells, an de⸗ nen ihre Füße mit langen ſilbernen Ketten befeſtigt ſind, zwei wunderſchöne grüne Inſeparabiles mit präch⸗ tig rothem Scheitel und Kehle und blauem Schwanze, und das Männchen präſentirt dem Weibchen mit ange⸗ borner Galanterie einen von ihm eben geſchälten Sa⸗ menkern; ein rother Lori ein buntſchillernder Arras tragen ihr prächtiges Gefieder zur Schau und ein aſch⸗ grauer, rothſchwänziger Sittig von der Elfenbeinküſte zankt ſich mit einem kleinen türkiſchen Affen, der aus ſeinem großen ſchönen Wandkäfig ſchreiend Nußſchalen nach ihm wirft. Der ſprachgewandte Papagei beehrt ſeinen Landsmann von der Goldküſte mit allerlei Eh⸗ rentiteln und ruft zuweilen dazwiſchen wie in lebhafter Freude:„Hoch lebe das Haus Burgund!“
—„Und Oeſtreich!“ ſetzt dann jedesmal aus ei⸗ nem daranſtoßenden Cloſet ein anderer Sittig hinzu.
In der hohen und weiten, etwas düſtern Vorhalle ſteht und ſitzt männliche und weibliche Dienerſchaft des Hauſes; nicht allein nach Geſchlecht und Alter verſchie⸗ den, auch nach der Hautfarbe und Kleidung. Denn unter den breitſchultrigen Brabantern ſieht man den ge⸗ ſchmeidigen, zartgebauten afrikaniſchen Neger in reicher, goldgeſtickter Scharlachtracht und die ſchlanke Negerin von glänzender Ebenholzfarbe im weiten, faltigen, ſchnee⸗ weißen Neſſeltuchkleide, das ein blitzender Perlengürtel
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