Teil eines Werkes 
2. Theil (1836) Des Sternes Wachstum, oder Der Märtyrer / von Ludwig Storch
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noch über ihn gekommen war, aber ſchon war ſeine Seele ſtandhafter, ſchon vermochte ſie das Ungeheure eher zu tragen.

Der Gedanke blitzte nun in ihm auf, auch dieſes Leid habe ihm Gott als Prüfung geſchickt, um ihn immer tüchtiger und geſchickter zu machen für ſeinen erhabenen Beruf. Seine Seele war betrübt bis in den Tod, aber ſie lobte Gott mit einem ſchmerzli⸗ chen Jubel und immer heiligere Vorſätze entquollen ihr, unverrückt ſein hohes Ziel vor Augen zu behal⸗ ten und alle Hinderniſſe beſiegend, ſeinen Weg zu wandeln.Israel ſei meine Geliebte und mein Weib! ſagte er ſchmerzlich.Eine andre ſoll ich nicht berühren! Das Volk, das arme, getretene, iſt mir angetraut, das ſoll ich glücklich machen; irdiſche Liebe ſoll mir nicht blühen, ſoll mich nicht erfreuen auf meinem ſchweren Weg. Dafür bin ich der Meſ⸗ ſias. Wer die göttliche Blume pflückt, darf ſich der irdiſchen nicht erfreuen. Thamar, Thamar, fahre wohl!

Er verharrte im Hafen, aber Thamar durfte nicht ans Land ſteigen, und ſchon am andern Tage lief der Grieche wieder in See, und Sabbathai ſtand