„Und doch fürchte ich, er wird ſchwerlich ſo Euer Werkzeug werden, daß er Eure Zwecke ver⸗ folge, und nicht die ſeinigen. Seine Zwecke ſind aber keineswegs Erlangung von Macht, Größe und Reichthum; er will ja nur den verderbten Glauben unſres Volks verbeſſern, will Irrthum und Aber⸗ glauben verbannen, will eine edle und würdige Got⸗ tesverehrung einführen, ja er will Manches bekäm⸗ pfen und ſtürzen, wo Ihr kämpfen wollt. Ihm iſt der Talmud nicht heilig, er verwirft die meiſten Schriften unſrer Rabbinen, und die Kabbalah will er als ein tiefſinniges Geheimniß angeſehen wiſſen, das man nicht auf der Gaſſe ausſchreit. Ihr kommt alſo von vorn herein mit ihm in Widerſpruch. Und wahrlich, faſt glaube ich, die Schüler Huſein Damads, die Karäer und Samaritaner, wie Ihr ſie nennt, werden ihn eher für ſich gewinnen, als Ihr.“
„Du wirſt mich das menſchliche Herz nicht ken⸗ nen lehren wollen, junger Mann,“ lächelte der Arzt. „Die Größe hat einen verführeriſchen Glanz; wer einmal ihre lockenden üppigen Pfade betreten hat, der kann nicht mehr zurück und opfert ihr Ueberzeu⸗
gung und erkannte Wahrheit. Laß nur Sabbathai


