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morgen in der Frühe und zu Sabbathai ſagen: komm, ſpiele den Meſſias, wir wollen dich unterrich⸗ ten, was du zu thun haſt? Halte mich doch für klüger, mein Sohn. Wir müſſen zuſammen unſer Spiel ſo fein und berechnet ſpielen, wollen wir es anders gewinnen, daß Sabbathai bald die heiligſte und unerſchütterlichſte Ueberzeugung in der Seele hegen muß, daß er wirklich der Meſſias ſei. Dieſer Glaube muß ihn in Blut und Saft übergehen, muß ſo mit ſeinem Leben verwachſen, daß er ſich nicht mehr davon trennen kann. Und dazu iſt Euer ſchlaues Wirken unerläßlich. Irre ich nicht ganz, ſo hat ſein eigner Stolz uns ſchon trefflich vorgear⸗ beitet. Ihr kennt ihn und ſeinen Ehrgeiz, wie ich. Der Stolz ſich in ſolchen Jahren ſchon ſo hoch. geſtellt, geehrt und berühmt zu ſehen, iſt ihm ſchon zu Kopf geſtiegen und treibt ihn weiter und weiter. Dazu kommt, daß er den tiefen Verfall unſres Volks erkannt hat und ſich zum Schöpfer eines neuen Judenthums berufen glaubt. Er hält ſich für einen zweiten Moſes; das hat er mir ſelbſt geſtanden. Wie klein iſt der Schritt von dieſem zum Meſſias? Daß er ihn thue, das iſt unſre Sache.“
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