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ſich auf die Sterbende herab und ſprach:„Ich will ihre treue Mutter ſein!, Da verklaͤrte ſich das Ant⸗ lis der Scheidenden in himmliſchen Glanz. Sie laͤ⸗ chelte, ſank zuruͤck und war nicht mehr. und Eduard faltete die Haͤnde und betete, und Marie ſtand neben ihm und betete mit, wie einſt bei der Leiche des alten Dolzhackers. Dann beſorgten ſie das Begräbniß und eilten mit ihrem theuren Vermaͤchtniß nach der Stadt zuruͤck. Welche Freude fuͤr das ganze Haus, als der muntere Junge aus dem Wagen ſprang und Alle nach der Reihe mit Kuß und Handſchlag herz⸗ lich begruͤßte, und Marie das dreitägige Mädchen an Linnen und Windeln wohl verwahrt der Lady Mary in die Arme legte. Noch an dem Tage fand man eine Amme fuͤr das Kind. Alle wetteiferten mit einander in der Liebe und Zaͤrtlichkeit zu den Kindern. Eine Woche darauf fuhr das ganze Haus⸗ perſonal mit dem neuen Zuwachs nach Kleefeld. Der kleine Theodor jauchzte auf Eduard's Schoos; er wollte gar nicht von ihm. Marie hatte die kleine
Ida in den Armen. Die Amme ſaß neben ihr.
Der alte Reinhard war vor Freuden außer ſich uͤber das Gluͤck ſeiner Marie. Am Neffen Wolframm fand er vorzuglich ſeinen Mann; ſie waren unzer⸗ trennlich— der Hochzeittag erſchien. Reinhard war Marie's, der Hofrath Anna's Brautfuͤhrer; Eduard fuͤhrte die Hofraͤthin, Wilhelm die Lady Mary zur Kirche. Dort wurden die glucklichen Paare auf ewig vereint.


