Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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Thraͤnen floſſen aus Aller Augen und die Geſell⸗ ſchaft brachte der Menſchheit das ſchoͤne Opfer des Herzens. In einer halben Stunde ſaß Eduard mit Marie'n im Wagen. Sie flogen nach dem Schloſſe, wo Emmeline ſich aufhielt. Als ſie in das Haus traten, kam ihnen weinend ein Madchen entgegen. Es war Emmelinen's Kammerjungfer.Sie ſtirbt, ſchluchzte ſie im großten Schmerz und offnete leiſe eine Thuͤr. Eduard und Marie traten ſchaudernd hinein. Da lag die unglücktiche und rang mit dem Tode. Ihr Auge war gebrochen. Kalter Todes⸗ ſchweiß ſtand auf ihrer Stirne. Betend ſtanden einige Hausbewohner um das Sterbebett, und vor ihr ein munterer ſchoͤner Knabe, der ihr die kalte Wange ſtreichelte. Marie weinte Stroͤme von Thraͤnen; Eduard wollte vor Schmerz vergehen. Er trat leiſe an das Lager und faßte ihre Hand.Emmeline, dein Eduard fluͤſterte er ihr zu, und ſeine Thränen benetzten ſie. Da glimmte das Lebensdocht noch ein⸗ mal auf; ſie wandte ſich zu ihm hin, faßte mit bei⸗ den Händen ſeine dargebotene Rechte, wies auf das Knaͤblein, das vor ihr ſtand und auf die Wiege, worin das neugeborene Kind ſchlummerte, und blickte ihn bittend an. Sprechen konnte ſie nicht mehr. Da rief Eduard mit weicher Stimme, von tiefer Wehmuth uͤberwältigt:Ja, ja, geh' getroſt in deine Fruͤhlingswelt! Ich will ihr Vater ſein und hier iſt ihre Mutter. und Marie nahm das Knaͤbchen auf den Arm, das ſich um ihren Hals ſchlang, beugte