Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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ſtaͤndlich berichtet, was man in London und Hamburg erfahren hatte, und die gefuͤhlvolle fromme Frau kreuzigte und ſegnete ſich. Aber auch ſie hatte zu erzählen, auch ſie hatte zu berichten, was in die Ge⸗ ſchichte mit eingriff und von ihr vernahm die Geſell⸗ ſchaft, daß Emmeline von Gronau bald nach Eduard's und Wilhelm's Abreiſe an ihre Mutter geſchrieben und ihr enthuͤllt habe, wie graͤßlich ſie betrogen ſei. Die ſtolze Frau, die ſich in ihren ſchoͤnſten Hoffnun⸗ gen ſo fuͤrchterlich getaͤuſcht ſah, war vor Schrecken geſtorben. Ihre Verwandte hatten den Brief bei ihr gefunden, aber die Sache geheim gehalten. Erſt als vor zwei Monaten der Landkammerrath von Wild⸗ dorf, der Gemahlinn Geſchwiſterkindsmuhme von Emmelinen, ſie aus Muͤnchen abgeholt und große Summen fuͤr ſie bezahlt, die die ſaͤmmtlichen Ver⸗ wandten zuſammen geſchoſſen hatten, da war die Sache ruchtbar geworden. Emmeline befand ſich mit ihrem Kinde auf Wilddorfs Gut und ſah dort ihrer baldigen Riederkunft entgegen.

In jeden Trunk Freude einen Tropfen Wer⸗ muth! ſprach Eduard, Thraͤnen im Auge.Laßt uns einen Schleier werfen uͤber die Vergangenheit! ſprach der Lord.Wendet die Blicke in die ſonnige Zukunft! Hier ſteht deine Auserwaͤhlte. und er nahm Marien's Hand, nahm Anna's Hand und fuͤhrte ſie zu Eduard und Wilhelm. Er fuͤgte ihre Hände in einander; richtete dann den Blick nach oben und vetete ſtill. Da falteten ſich alle Hände und Thrä⸗