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dertraͤchtigen Rolle zu ſchämen. Sie dauerten mich in der Seele, und es kam mir immer unmoͤglich vor, Sie betruͤgen zu koͤnnen. Da beſchloß ich, Ihnen Alles zu entdecken, und von Ihnen dann mein kuͤnf⸗ tiges Geſchick zu erwarten. Schon war der Tag be⸗ ſtimmt, wo ich mich Ihnen mittheilen wollte, da er⸗ hielt ich von Fanny einen Brief. Sie waren eben zugegen. Sie machte mir Vorwuͤrfe uͤber mein lan⸗ ges Auſenbleiben; ſie wußte natuͤrlich nicht, was vor⸗ gefallen war.„„Haſt du deine Fanny vergeſſen, die dir immer in Liebe ergluͤhte?— ſchrieb ſie mir— Eile zu neuen Genuͤſſen in meine Arme; komm, ich will dir Wonne an meiner Bruſt zaubern! Fanny wartet deiner mit brennendem Verlangen; Emmeline, die reizende Emmeline wartet deiner mit Sehnſucht. Beide wollen mit dir der Liebe ſuͤße Fruͤchte brechen. Eile! eile, uns Beide zu befriedigen Reizt es dich nicht, auf einem noch unbefleckten ſchoͤnen Altare der Liebe zu opfern?„.
So ſang die Sirenenſtimme. Die Glut der un⸗ baͤndigen Leidenſchaft erwachte in mir; ſie warf alle guten Vorſaͤtze uͤber den Haufen und riß mich wie⸗ der zu meiner Schlechtigkeit herab. Ich wurde wie⸗ der der alte Betruͤger. Schlau wußte ich Ihren Be⸗ ſuch am andern Tag zu vermeiden, und in der Nacht verließ ich mit Extrapoſt Goͤttingen, und flog nach Muͤnchen. Zaͤrtliche Arme emfingen mich. Mit den Reſten von Fanny's Vermoͤgen wußte ich in Muͤnchen den Lord trefflich zu ſpielen. Sie hatte kurz vorher


