154
zu ſein vorgab. Mit dem Zweck, ihre Liebe befrie⸗ digt zu ſehen, verband ſie natuͤrlich den Hauptzweck
ihres ganzen Strebens, in den Beſitz des Vermoͤgens
zu kommen; und dieſes konnte nicht leichter, als durch eine Verbindung zwiſchen ihr und Ihnen be⸗ werkſtelligt werden. Sie gelobte, mir nie ihre Gunſt zu entziehen und ich verſprach abermals das Meinige bei der Sache zu thun. So leitete mich dieſes Ge⸗ ſchoͤpf an einem Gängelband, und ich fuͤhlte nicht einmal die unwürdigen Feſſeln. Sie berichtete mir nun, daß ihrer Liebe eine Nebenbuhlerin im Wege ſtehe. Dieſe bei Seite zu ſchaffen, war nun unſere erſte Sorge. Wir begannen nun allmählich an dem großen Plane zu arbeiten. Sie verließ mich, um in Hannover weiter zu wirken; ich ſetzte meine auswaͤr⸗ tigen Geſchaͤfte fort und war immer darauf bedacht, ihr von London aus Wechſel zuzuwenden. Sie ging behutſam, um ſicher zu gehen. Sie hatte die Frau von Gronau und Emmelinen bald erkannt; in jener ſah ſie die geld⸗ und ranggierige Frau, die mit ihrer Tochter hoch hinaus wollte, in dieſer das gehorſame Kind, die Sie als edelen jungen Mann liebte, aber fur Leidenſchaft und Begeiſterung unempfänglich war. Sie arbeitete nun darauf hin, Sie aus Emmelinens Herzen zu verdraͤngen. Zuerſt ſuchte ſie der Frau
von Gronau den Wahn zu benehmen, daß Sie von
hoher Geburt ſeien, welcher ſich durch einige Ausdruͤcke in dem Leſtament des Pfarrers Golding verbreitet hatte. Es gelang ihr, durch Vorſpiegelungen Sie zu


