151 Gluͤck betreten hatte, ſo wurde ich nun das, was ich zeither aus Leichtſinn geweſen war, aus Grundſatz, und erſtickte mit Sophismen, die letzten Angriffe mei⸗ nes Gewiſſens. Die Lady wurde immer ausſchweifen⸗ der, und wäre der Lord, ihr Vater, durch einen un⸗ glucklichen Zufall nicht zeitig genug von der Welt ge⸗ ſchieden, ſie hätte ihr und ſein ganzes Haus in die durftigſten umſtände verſetzt. Bald beſaß ich ihre Gunſt nicht mehr allein; neue Liebeshaͤndel verlang⸗ ten neue, groͤßere Opfer. Sie ſcheute ſich nicht, mich zu ihrem postillon d'amour zu gebrauchen, und weil ich zu träge war, mir meinen Unterhalt auf eine rechtliche Weiſe zu verdienen, und ſie mir ihre Liebesbezeigungen nicht ganz entzog, ſo fand ich mich auch gern in die neue Rolle. Einige Zeit nach ihres Vaters Tode erkannte ſie, wohin ihre Luͤderlich⸗ keit ſie gefuͤhrt hatte; doch ſchon neue Pläne hatte die Liſtige erſonnen. So ſehr war ihr Herz verdor⸗ ben, daß, indem ihr Vater mit dem Tode kaͤmpft, ſie eilt, ſeiner Papiere ſich zu verſichern. In ihnen hatte ſie gefunden, daß, was kein Menſch wußte, Lady Mary Mutter zweier Kinder ſei. Ich war der Mitwiſſer aller ihrer Geheimniſſe; ich wurde es auch von dieſem. Sie hatte bisher geglaubt, ſie werde die einzige Erbin des ganzen großväterlichen Vermo⸗ gens ſein; ihre Hoffnungen waren dadurch zernichtet. Wir brachten aus den Briefen und uͤbrigen Papie⸗ ren bald heraus, daß dieſe Kinder bei einem Pfar⸗ rer Golding im Hanndverſchen waren, daß der Lord,
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