Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

150

mal verſuchten Wege einer zu erwartenden Zuͤchtigung. Als Küchenjunge kam ich in das Haus des jungen Lords Wilmeſon. Ich war damals ſechzehn Jahr alt, und ſpielte keine uͤbele Figur. In das Herz der jungen Fanny war ſchon ein Funken boͤſer Be⸗ gierde gefallen; ſchlechte, das Blut erhitzende Lektuͤre hatten ihn zur Flamme angefacht, und es fehlte ihr nur an Gelegenheit, ihre heftige Leidenſchaften zu befriedigen. Sie wurde von zu viel Augen außer dem Hauſe bewacht und konnte alſo nie ihrer Begier⸗ de den Zugel ſchießen laſſen. Da fiel ihr Auge auf meine ſchlanke Geſtalt, mein jugendliches Geſicht und das Feuer meiner Augen. Ich war im Gebiete der Liebe kein Fremdling mehr, und hatte das verlangende

Maädchen ſchon lange verſtanden. Einſt war ihr Va⸗ ter abweſend: da gab ſie mir einen Wink. Ich eilte auf ihr Zimmer, uud bald wurde ich von der Glut ihrer Kuͤſſe vedeckt. Sie ließ mich alle ihre Reize genießen. Von nnn an brachte ich faſt alle Naͤchte bei ihr im ſchwelgenden Genuſſe zu. Bald wußte ſie es durch verſtelltes Mitleid bei ihrem Vater dahin zu bringen, daß er mich aus dem Staube erhob, und mir eine gute Bildung geben ließ. Nach dem Tode des Lords war ich ihr erklaͤrter Liebhaber. Sie gab mir ſo viel Geld, als ich nur immer haben wollte, und machte mich dadurch zum Verſchwender und Spie⸗ ler. Der hoͤchſt unſittliche Lebenswandel mit ihr er⸗ ſtickte das wenige moraliſche Gefuhl, das ich noch be⸗ ſaß, und da ich einmal die ſchluͤpfrige Bahn mit