Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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Muſik und Malerei. Wilhelm malte oder ſchrieb be⸗ ſtändig. Eduard blies die Floͤte gut und ſpielte mit Gewandtheit, wenn auch nicht mit Anna's unendli⸗ cher Zartheit, auf dem Fluͤgel. Hier leiſtete ihm die Hofräthin oft Geſellſchaft. Der Hofrath unterhielt ſich mit dem Foͤrſter Reinhard, der alle Morgen mit da fruhſtuͤckte. Mittags verſammelte man ſich zur Mittagstafel, die einfach und gut gewaͤhlt war. Nachmittags gingen die drei Maͤnner mit dem Fdor⸗ ſter auf die Jagd, und die Hofräthin in das Dorf zum Pfarrer, oder nahm von dort Beſuche an. Der weitlaͤuftige Forſt bot jenen ein großes Feld fuͤr ihr Vergnugen und der alte Reinhard verfehlte nicht, ſie auf die ſchoͤnſten Punkte zu fuͤhren und ſie mit der ganzen Waldung auf's beſte vekannt zu machen.

Eduard's raſcher gluͤhender Sinn riß ihn bald fort in den Tempel der großen Natur, und er ſuchte durch groͤßere Anſtrengung ſeinen Schmers zu betaͤu⸗ ben. Es gelang ihm. Sein Herz oͤffnete ſich den großen Eindruͤcken der Natur. Aber ſpaͤt in der Nacht kehrte er auch oft erſt nach Hauſe und ſein ermuͤdeter Koͤrper forderte dann Ruhe.

Wilhelm dagegen ſchwärmte und traͤumte von ſeiner Anna fort. Jedes romantiſche Plaͤtzchen ent⸗ riß ſeiner Bruſt einen tiefen Seufzer, denn er dachte ſie darauf und ſich an ihrer Bruſt; jedes gruͤne ſchat- tige Thal, jeder Felſen, von Gebuͤſch und weichem Moos umgeben, ließ ihn ſeine verlorene Geliebte her⸗ deiwunſchen. Oft wenn ſich beide im Walde trenn⸗