liches, daß das Gemuͤth in ſeiner Gegenwart froh und heiter wurde. Seitdem aber Alles ſich zur Trauer hinneigte, und ſeitdem ihm ſein geliebtes Rnn⸗ chen nicht mehr die einſamen Stunden ausfuͤllte mit ihrer liebevollen Gegenwart, war er in einen Ernſt verfallen, der ſein ganzes Weſen umkehrte.
Mehr, ihrer innern Bedingung nach, litt die tieffuͤhlende Mutter, die das Leben von ſeiner hoͤch⸗ ſten und klarſten Seite angeſchaut, die die Hochpunkte erfaßt hatte, die der Blick des gewoͤhnlichen Menſchen nicht erreicht, ſie litt natuͤrlich unbeſchreiblich. Sie hatte ſich ſo in die gleichgeſtimmte Anna hineingelebt, daß ſie nur verſchiedene Saiten eines Inſtrumentes zu ſein ſchienen, aus deren Einklange die wahre Har⸗ monie hervortoͤnt. Nun fehlten jene Saiten und die ihrigen gaben nur immer den einen Ton des ver⸗ zweifelten Schmerzes. Dabei konnte nur ſie Gol⸗ ding's Gram nach ſeiner ganzen Groͤße ermeſſen, nur ſie die Tiefe ſeines Leidens ſchätzen, und— ſie that es. Wie unendlich ſchmerzte ſie ſein Kummer; und doch unternahm ſie Alles, ihn zu troͤſten; vergebens! alle ihre Bemuͤhungen ſcheiterten an der duͤſter um⸗ woͤlkten Stirn des Juͤnglings. Vor Allem aber ging ihr der Kummer des einzigen Kindes, des ge⸗ liebten Sohnes nah. Sie hatte fruh das ſchone Ver⸗ haltniß der be den Liebenden ſich entwickeln geſehn⸗ ehe ſie ſelbſt ſich deſſen deutlich bewußt wurden, und war entzuͤckt daruͤber geweſen. Es war ihr ſchoͤnſter Gedanke, ihr heißeſter Wunſch geweſen, die beiden


