Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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Dies waren die Gefuͤhle des edeln Juͤnglings, die immer duͤſterer wurden, je länger ſich die Nach⸗ richt von ſeinen Angehoͤrigen verzoͤgerte. Beide Freun⸗ de litten und wußten, daß die Mittheilung nur den Schmerz erhöhen werde, darum blieben ſie ſtumm und mieden einander, um nicht die Herzen ſich noch ſchwerer zu machen.

Ein Jeder war ſich bewußt, in ſeiner Liebe nicht nachgelaſſen zu haben. Wilhelm insbeſondere, deſſen ſanftes, liebevolles Gemuͤth ohnedies ſo leicht Theil nahm am Schmerze Anderer, und beim ungluͤcke ſei⸗ ner Mitbruͤder tief mitfuhlte, Wilhelm litt doppelt. Ein Mal erfaßte ihn die lange Entfernung von ſei⸗ ner geliebten Anna auf die ſchmerzhafteſte Weiſe, dann nagte der tiefe Kummer ſeines Freundes mit an ſeinem Herzen.

Im Schmerzing'ſchen Hauſe war eine Trauer, eine Stille, die ein allgemeines Leiden verkuͤndete.

Der alte Hofrath, der ſich durch nichts teicht aus

ſeinem behaglichen Pflegma bringen ließ, fing an, da er von Allem unterrichtet war, immer mehr an dem Truͤbſinn der Andern Antheil zu nehmen. Stunden⸗ lang ſprach er jetzt kein Wort und bließ den Dampf ſeiner Tabackspfeife vor ſich hin, als wolle er aus den Figuren deſſelben das verhaͤngnißvolle Geſchick entraͤthſeln. Sonſt wußte er, zumal bei Tiſche, durch einige derbe Scherze, über die er zuerſt und am mei⸗ ſten lachte, die Andern leicht zu erheitern, und ſeine joviale Laune hatte etwas ſo Heimiſches und Herz⸗