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mit ihr geweſen. Wo jetzt mir Troſt hernehmen,
wo Ruhe finden in dem Kampfe meines Lebens, das von allen Qualen durchſchnitten iſt?“—
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„Welche unruhe! welches Toben in meiner Bruſt. In's Freie war ich geeilt, um das ſtuͤrmi⸗ ſche Blut wieder zur Ruhe zu bringen; vergebens! Ich kehre unruhiger zuruͤck, als ich ging⸗ Ich moͤch⸗ te mich mit der Menſchheit hadern, daß ſie mich un⸗ ter ſich geduldet hat. Mir wäre wahrlich beſſer un⸗ ter dem Raſen. Warum iſt meine Seele nicht in
einen Tiger gefahren, damit ich die Bitterkeit, die mir die grellen Widerſpruͤche in Natur und Leben
einfloßt, in Blut ertränken konnte.— Wer ſoll mir helfen? wer mich retten? Ich bin immer und im⸗ mer an mich ſelbſt gewieſen. Wie Blaſen auf dem Waſſer, die, vom Winde erſchuͤttert, wieder zer⸗ platzen, ſo ſteigen in mir Gedanken auf, die mich aus dem Chaos herausreißen ſollen, aber ſie zer⸗ ſtäuben an der ſchrecklichen Gegenwart.“
„Emmeline von Gronau— Fanny Wilmeſon — dieſe zwei feindlichen Geſtirne meines truͤben Himmels, ſie haben mich zerknirſcht und den männ⸗ lich trotzigen Sinn, der mich ſo wohlgeruͤſtet im Kampfe erſcheinen ließ, zur ohnmaͤchtigen Wuth ver⸗ wandelt. Fuͤrchterlich!— Ich wuͤhle in meinem


