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guͤltigkeit. Sein Freund war der einzige Menſch,
außer ſeiner Mutter, mit dem er umging. An ih⸗
rer Bruſt weinte er ſich oft aus und ihre Thränen vermiſchten ſich zuſammen. Eduard hatte ſelbſt ſo viel zu kaͤmpfen und zu leiden, denn zu großes Ungemach war uͤber ihn herein gebrochen;„ſein Herz erlag faſt dem einſtuͤrmenden ungluͤcke und ei⸗ ne tiefe Schwermuth verbreitete ſich auch uͤber ſein Weſen. Der natuͤrliche Ernſt ſeines Charakters war groͤßer geworden und ſeine Lebensanſicht wurde durch dieſe Schwermuth immer herber und verzweifelnder. Hier einige Blätter aus ſeinem Tagebuch!
„„Es iſt Nacht, und Finſterniß umhuͤllt mich! Die Wolken fliegen ſo ſcheu und ſchnell am Himmel
hin, und nur hin und wieder flimmert ein Stern
aus dem truͤben Gewolk hervor. Treues Bild mei⸗ nes Lebens! Nacht war es immer um mich. Der Sturm trieb ewig Wolken uber mir hin, und nur ſelten und nur auf kurze Zeit leuchtete mir ein Sternlein. RKeinen ſichern Haltpunkt zeigt die Nacht! Auch ich, ein Spiel des Schickſals, bin an mich ſelbſt gewieſen. Duͤſter liegt die Vergangenheit hinter mir; ſchwar⸗ zer Schleier deckt die Zukunft.— Alles dunkel!— d! Alles Nacht!— Wie war ch gluͤcklich, als Em⸗ meline mir noch nicht den ſchoͤnen Traum entriß! Einen Himmel in ihren Augen, eine Welt in mei⸗ nem Buſen wäre ich auf einer Sennhuͤtte glucklich Die Intrigue. 11. 2


