Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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haben ſich unberufen zeither in alle meine Angele⸗ genheiten gemiſcht, ſind mir uͤberall unangenehm entgegen getreten und haben den Vorwurf auf ſich geladen, Emmeline von Gronau an einen Schurken verkuppelt und die Briefe der Meinigen an mich un⸗ terſchlagen zu haben. Nach Ihrem bisherigen Be⸗ tragen zu urtheilen, koͤnnen Sie uͤber meine Fami⸗ lienverhältniſſe Aufſchluß geben; es wird alſo nur von Ihnen abhaͤngen, den Vorwurf eines ſchlechten Herzens von ſich abzulehnen. Eduard Golding.

Dieſen Brief ſandte er ſogleich an die Wilme⸗ ſon, und erwartete dann ruhig, was ein beleidig⸗ tes, jeder Rache fähiges Weib gegen ihn unterneh⸗ men wuͤrde.

Wie wird ſie ſchaͤumen und ſchnauben, die⸗ ſe Englaͤnderin! rief Eduard, auf Wilhelms Zim⸗ mer kommend: wie wird ſie toben, daß ein Juͤng⸗ ling ſie verachten und ihren Plaͤnen und Verſu⸗ chungen Hohn ſprechen konnte! Nun ich den Brief weggeſchickt habe, bin ich wieder leicht und froh und hoffe ernſtlich, daß ſich mein verworrenes Schickſal der Aufloͤſung nahe.

Fanny Wilmeſon ließ nichts von ſich hoͤren noch ſehen. Man vernahm, daß ſie mit einigen Mili⸗ tairs auf gutem Fuß ſtehe und ein freies Leben fuh⸗ re. Der Brief blieb unbeantwortet.

Der Oktober war ſchon zu ſeiner Mitte ge⸗ diehen, und Anna hatte noch kein Wort geſchrieben.