Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

Rühmlich wohl iſt Dein Entſchluß, entgeg⸗ nete Wilhelm dem Eifrigen:aber haſt Du auch be⸗ dacht, daß Du noch nichts von thr herausgebracht, was vielleicht bald geſchaͤhe, wenn Du die Rolle des Lieb⸗ habers bei ihr fortſpielteſt. So wirſt Du ihre Ra⸗ che auf Dich laden, und ohne Dir etwas genutzt zu haben, wird Dir die Schändliche ſchaden. Beſ⸗ ſer wäre wohl, ferner Intrigue gegen Intrigue ge⸗ ſpielt.

Nimmermehr! rief Eduard wild:Ich haſ⸗ ſe ſie von der einen Seite zu ſehr, um den Zaͤrt⸗ lichen weiter gut zu ſpielen, und zwaͤnge ich mich, ſo hat ſie auf der andern zu viel Reize, daß mei⸗ ne Sinne nicht in Bewegung geriethen, und ſo konn⸗ te in einer ähnlichen Stunde der Akteur meinen, er ſei der Heid ſelber. uebrigens habe ich ihr bei meiner Flucht auch ſchon geſagt, was ich von ihr halte, und ich eile, jenes Wort zu bekräftigen.

Er ging auf ſein Zimmer und ſchrieb an die Lady Folgendes:

Ich habe endlich Ihre Maske durchſchaut. Der Himmel ſchuͤtzte mich in einer Gefahr, die gro⸗ ßer war, als irgend eine. Wie hatte ich die Stun⸗ de meiner Schwaͤche verfluchen muͤſſen, in der ich das Opfer einer wolluͤſtigen Kreatur geworden wäre. Ich verzeihe Ihnen die vornehme Schlechtigkeit, die Sie uͤbrigens in die Klaſſe der gemeinſten Weiber herabſetzt, erkläre Ihnen aber noch einmal, daß ich Sie, wie ſchon lange, herzlich verachte. Sie