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Sie an ein Herz zu preſſen, das die treuſte Freund⸗ ſchaft fuͤr Sie fuͤhlt.“
Er riß ſich los und eilte zu Hofraths, die mit Sehnſucht ſeiner harrten.
Mit offenem Munde hoͤrte Wilhelm Eduard's Erzählung an, und bemuͤhte ſich vergebens, Mittel zu erſinnen, die das Dunkel ſchnell klar machen koͤnnten.
„Ich will um mein Leben wetten,“ rief er endlich aus:„die Lady iſt dennoch von Deinem gan⸗ zen Schickſal unterrichtet; mag ſie nun eine Abſicht haben, welche ſie will, ſie greift, wie das Rad des Geſchicks, in Dein Leben ein, und hat gewiß den Schluͤſſel zu Allem, was Dich angeht.“
„Du haſt Recht, erwiederte Eduard, wenn ich vom Anfang ihrer Bekanntſchaft an rechne, wie ſie ſtets ſich mir naͤherte, in das Geheimniß meiner Liebe eindrang, Emmelinen mit fortriß nach Muͤnchen und an jenen Wicht verkuppelte, wenn ich dieſe neue Be⸗ gebenheit uͤberdenke, wie durch ſie mir das Mittel entriſſen wird, mich ſchnell den Meinen naͤhern zu koͤnnen, und ihr ſonderbares Betragen hinzu thue, ſo weiß ich in der That nicht, was ich von ihr den⸗ ken ſoll.“
„Wenn ſie uͤbrigens in das Geheimniß Deiner Geburt mit eingeweiht iſt, ſo bin ich um ſo geſpann⸗ ter, welche Rolle ſie ferner gegen Dich ſpielen wird. Auf alle Fälle mußt Du außerſt vorſichtig gegen ein


