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ben, und leicht können Sie ja Ihrer Schweſter Auf⸗ enthalt erfahren; ſie wird ſelbſt ſo bald als moͤglich Ihnen ſchreiben und Sie von Allem benachrichtigen. Sie ſind doch nicht unwillig, mein Trauter?“
„Wie aber, Lady, verloren ſie einen Brief, von dem ſo unendlch viel abhaͤngt?“
„Eben meine allzugroße Vorſicht, mit der ich ihn ſo emſig treu verwahrte, hat ihn meinen Hän⸗ den entwunden. Ich hielt ihn heilig in meinem Käſtchen verſchloſſen, welches alle meine Juwelen und Sachen von Werth enthielt, denn er trug Ih⸗ ren Namen und das gab dem Papier das Recht, unter meinen Perlen und Edelſteinen zu liegen. Als ich neulich von einer Luftfahrt zuruckkehre, iſt mir mein Buͤreau ausgeſtohlen. Das Käſtchen mit fuͤr 50,000 Thaler Werth, und mit ihnen der Brief iſt fort. Ich habe den Vorfall ſogleich der Obrigkeit gemel⸗
det, und dieſe hat mir die beſten Hoffnungen gemacht.
Vielleicht haben wir das Gluͤck, den Brief wieder zu erhalten; denn ich muß Ihnen geſtehen, es liegt mir an ihm jetzt mehr, als an den Juwelen.“
Solch ſuͤße Worte machend, ſprach ſie eine Weile fort, und wußte ſchlau und vorſichtig jeden Gedan⸗ ken zu entfernen, als trage ſie ſelbſt die Schuld, oder als verhehle ſie den Brief von Anna mit Vor⸗ ſatz. Nachdem es ihr gelungen war, den armen, mit Vermuthungen und Forſchungen ſich herumquälenden Jüngling zu beſchwichtigen, ging ſie immer mehr in einen zaͤrtlichen Ton uͤber, und wandte alle buhls


