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ein neues Fragen und Vermuthen und oft wußte keins ſelbſt recht, was es ſprach. Der alte Martin mußte herbei und noch einmal Alles erzaͤhlen, mußte den Vater vom Kopf bis zum Fuß beſchreiben und ſollte immer mehr ſagen, als er wußte. Als er der Briefe erwaͤhnte, welche Anna und ihr Vater an die beiden Freunde geſchrieben, da ſprang Eduard auf, und rief, zur Hofräthin gewandt:„Ah, dieſe Briefe, die auch Sie in Ihrem Schreiben erwaͤhnten, wo ſind ſie? Hat ſie die Lady an Sie abgeliefert, oder iſt ſie noch im Beſitz derſelben?
„Wie? Haben Sie noch keine Briefe empfan⸗ gen, die durch die Wilmeſon an Sie beſorgt worden ſind?“ fragte Wilhelms Mutter betroffen.
„Keine Silbe!“ rief Eduard ahnungsvoll aus.
„Nun, ſo muß die Wilmeſon ſie noch haben, allein da haͤtte ſie doch wohl gethan, mir ſolche zur Beſorgung zu uͤberſchicken.“
„Dieſe Wilmeſon, die ſich uͤberall in meine An⸗ gelegenheiten eindrängt, die ſich mir immer ſo unge⸗ rufen zu nahen ſucht, o wie verhaßt iſt mir dieſes Geſchopf!— Doch ich eile, um das Geheimniß von ihr zu erpreſſen und meine gluͤhende Sehnſucht zu befriedigen.“
So ſteuerte Eduard in groͤßter Schnelligkeit nach dem Garten zu, um der Lady ſeine Aufwartung zu machen. Er ließ ſich melden und mußte einige Augenblicke verziehen. Dann wurde er auf ihr Mor⸗
genzimmer gefuͤhrt. Sie empfing ihn im reizendſten 1**


