Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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als müſſe er das Geheimniß enträthſeln, das ſich eben erſt vor ſeinen Augen zuſammengebaut hatte. Gedankenvoll reichte er Eduard das ungluͤcksblatt. Dieſer durchflog es begierig ſchnell, ſtuͤrzte dann, oh⸗ ne ein Wort zu reden, zur Thuͤre hinaus und be⸗ ſtellte Extrapoſt. Zuruͤckrennen, Einpacken und Da⸗ vonfahren war das Werk einer halben Stunde. In raſender Eile ging es von dannen. Erſt als ſie ſchon drei bis vier Meilen zuruͤckgelegt hatten, erholte ſich Wilhelm, und jetzt erſt kam es zu einem gegenſeiti⸗ gen Austauſch der Ideen, uͤber die verwickelte Ge⸗ ſchichte. In Eduard lebte Freude uͤber die unver⸗ muthet gefundenen Eltern, Verzweiflung uͤber die ungewißheit, in der er noch war, geſpannte Erwar⸗ tung uͤber das zu Erfahrende. Wilhelm wurde von hundert Zweifeln beunruhigt, ob es auch wirklich Anna's Vater geweſen, ob vielleicht ein Wolluͤſtiing, ein Betruͤger, der ſie in's Elend geführt.

So kamen ſie in Hannover anz ſie waren ge⸗ flogen.

Die Freude des Wiederſehens wurde bald durch ein Fragen, Antworten, Wiederfragen, Erzaͤhlen und leidenſchaftliches Erforſchen der Begebenheiten, welche die urſache ihrer ſchnellen Ruͤckreiſe war, verdraͤngt. Man war ſo heftig, ſo beſtuͤrzt und aus aller Faſ⸗ ſung, daß Anfangs gar keine Klarheit gedeihen woll⸗ te. Endlich loſ'te ſich das Chaos und der Faden vegann ſich regelmaͤßig zu entwickeln. Aber kaum hatte die Hofraͤthin etwas vorgetragen, ſo gab es