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na verſchwunden iſt. Schreibt ſie mir nicht bald, ſo verzweifle ich. Ach, mein Sohn, ich moͤchte Dich tröſten, moͤchte Dir Muth zurufen— und mir fehlt er ſelbſt, ich ſelbſt bedarf des Troſtes. Doch ſei ein Mann! Was auch uͤber uns verhaͤngt ſein mag, wir wollen es ertragen. Eile nur, daß wir ſie wieder⸗ finden. Eile in die Arme Deiner Mutter, damit wir zuſammen wirken koͤnnen.
Sollteſt Du Anna's Brief von der Lady noch nicht haben, ſo wird Dein Freund ſolchen von der⸗ ſelben hier erhalten. Ich hoffe, er wird uns uͤber Al⸗ les Aufſchluß geben. Es kann vielleicht ſein, daß Anna ſich der Wilmeſon nicht vertrauen wollte, und legte deshalb das Geheimniß in die Briefe an Dich und Eduard nieder. In dieſer Vermuthung wurde ich dadurch beſtaͤrkt, daß, wie mir Martin ſagt, Anna's Vater ſelbſt an ſeinen Sohn geſchrieben habe. Es wird ſich Alles aufklaͤren, und ich harre deshalb Eu⸗ rer Ankunft mit Sehnſucht entgegen.
Deine Mutter.
Nachſchrift. So eben dringt das Geruͤcht zu uns, daß der Lady Wilmeſon ihre ſaͤmmtlichen Juwelen und Koſtbarkeiten, nebſt andern Sa⸗ chen von Werth aus ihrem Buͤreau entwendet worden ſind. Sie hat bei der Polizei den Scha⸗ den auf 50,000 Thaler angegeben.
Halb erſtarrt ſtierte Wilhelm den Brief an, als muͤſſe er uͤber Anna's Schickſal mehr enthalten,


