immer vor Augen; da ſchrieb ich an die Lady, ich bat, ich beſchwor ſie, mir uͤber Anna und ihre Fa⸗ milienverhaltniſſe dasjenige zukommen zu laſſen, was ſie davon wiſſe. Sie erwiederte mir trocken und kalt, daß ſie nicht die Ehre habe, Anna's Vater zu ken⸗ nen. Dieſelbe habe ſie ſchnell rufen laſſen und ſie gebeten, einige Briefe an Dich und Deinen Freund zu beſorgen. uebrigens habe ſie uͤber ihren Stand und Geburt ein geheimnißvolles Schweigen beobachtet. Die Beſcheidenheit habe ihr nicht erlaubt, in Anna deshalb zu dringen, weil ſie nicht undeutlich habe merken laſſen, daß es damit eine eigene Bewandtniß habe. Die Briefe werde ſie ſobald, als moglich be⸗ ſorgen.
Muͤndlich habe ich die Wilmeſon uͤber dieſen hoͤchſt ſonderbaren, unwahrſcheinlichen Vorfall nicht geſprochen; ſie ſcheint mich zu vermeiden, denn ſie kommt wenig in die Stadt, ſondern treibt ſich auf allen Edelhoͤfen, Landſitzen und Schloſſern, im gan⸗ ten Lande herum.
Anna's Verſchwinden iſt Stadtgeſpraͤch, und man glaubt allgemein, daß— ich ſchaudere bei dem Ge⸗ danken— daß ſie einem Betruͤger in die Haͤnde ge⸗ fallen ſei. Lady Wilmeſon, von der man Alles wiſ⸗ ſen will, weil ſie fruͤher gegen die Frau von Gro⸗ nau viel uͤber ihre Kenntniß der Familie Eduard's und Anna's geſprochen hat; Lady hüft ſich mit dem mir geſchriebenen Hiſtoͤrchen herrlich durch.
Schon iſt es heute der ſiebzehnte Tag, daß An⸗


