Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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jungen Gemahlin auf dem alten Fuße. Fuͤr die Juͤnglinge ergab ſich nichts Merkwuͤrdiges.

Da kamen Briefe von Hannover. Anna ſchrieb, daß die Wilmeſon wieder angekommen und mit der Frau von Gronau das Geruͤcht ausgeſprengt habe, Emmeline ſei die Frau eines engliſchen Barons in Muͤnchen. Sie fragte, ob Wilhelm nichts Näheres daruͤber wiſſe. Sie berichtete ferner, daß die Lady faſt taͤglich in ihrem Hauſe ſei und ſie mit einer Zärtlichkeit behandele, die ihr wahre Liebe einfloͤße. Die Hofraͤthin ſchrieb kurz, daß, nach Ableben ihres Schwagers, Wilhelms Oheim, ſie das Gut Kleefeld ererbt haͤtten, und im Begriff ſtaͤnden, daſſelbe ein⸗ zunehmen. Sie wuͤnſchte, daß Beide nun bald zu⸗ ruͤckkehren moͤchten.

Aber Eduard's Kummer war zu groß. In Muͤnchen konnte er nicht mehr bleiben, wo Emme⸗ line, die immer noch geliebte Emmeline in den Ar⸗ men eines Andern, vielleicht eines Betruͤgers, die Freuden der Liebe genoß; aber nach Hauſe wollte er auch nicht. Beide beſchloſſen alſo ihre Reiſe fort⸗ zuſetzen und ſchieden von Eichler mit dem Verſpre⸗ chen, ſich immer von einander Nachricht zu geben.

Die beiden Freunde bereiſ'ten die ſchoͤnſten Ge⸗ genden des Rheins und uͤberließen ſich ganz den Herrlichkeiten der Natur. Wer den Vater Rhein kennt und weiß, welch ein erhabenes Schauſpiel ſich in den himmliſch⸗ſchoͤnen Gegenden dem Auge darbie⸗ tet, die Berge und Rebenhuͤgel, welche am Fuße