Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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lichen zu viel, um das kindliche Gemuth zu befrie⸗ digen; er hat zu wenig Begeiſterndes und Herrliches, um dem gluͤhenden Geiſte genug zu ſeyn. Kein Ra⸗ phael wuͤrde aus den Evangeliſchen erſtanden ſeyn und eine Madonna hingezaubert haben; kein Taſſo haͤtte unter Evangeliſchen geſungen. Nur die katho⸗ liſche Religion iſt die Mutter und Pflegerin der gott⸗ lichen Kuͤnſte, die das nuͤchterne Leben heben und ſchmuͤcken; nur die katholiſche Religion giebt der flie⸗

genden Phantaſie Zielpunkte, an denen die kuͤhnſte

ihre grellen Farben verſchwenden, ihre rauſchendſten Toͤne ausſtromen kann. Jenes Bildliche und Foͤrm⸗ liche und dieſe Phantaſie bedingen ſich wechſelſeitig; denn ſo wie dieſe unerſchöpflich iſt im Reiche der Dichtung, ſo feuren jene die Phantaſie zu immer kuͤhnerem Fluge an. Und nur aus dieſer Wechſel⸗ wirkung kann das Hoͤchſtherrliche hervorgehen. Dicht⸗ kunſt, Malerei und Bildhauerei ſind, ſo heterogen dies auch klingen mag, Toͤchter der Religion, ſind aus dieſer Wechſelwirkung entſprungen, und, je mehr ſie der Phantaſie freien Spielraum giebt, um deſto ſchoͤner werden jene drei erbluͤhen, um deſto Herr⸗ licheres, die Religion wieder Erhebendes, wird durch ſie dargeſtellt werden. Den Beweis zu dieſer Be⸗ hauptung giebt Ihnen die altgriechiſche Religion oder

die Mythologie; durch ſie wurde die hoͤchſte Kunſt und Poeſie geweckt, die unuͤbertreffbar ſind und blei⸗ ben werden, und dieſe Kunſt und dieſe Poeſie erho⸗

ben die altgriechiſche Religion zur herrlichſten, die