286
DObriſt die Dokumente flüchtig überleſen, als er aus⸗ rief:„O, heilige Nemeſis, hier haſt du gerecht ge⸗ waltet!“
Er übergab dem Diener die Papiere zur ſorg⸗ ſamen Aufbewahrung, wandte ſein Pferd und ſprengte davon.
32. Pereinigung in der Heideſchenke.
Es war eine finſtre, ſternenarme Nacht, und der Himmel mit Gewitterwolken wie mit Trauermänteln behängt. Die Thurmuhr auf dem Schloſſe zu Lind⸗ ſayhall hatte eben die Mitternachtsſtunde verkündet, da entzündeten ſich in der Heideſchenke mehre Lichter, und einige dunkle Geſtalten ſchlichen nach der Thüre, deren untere Hälfte nur gangbar war. Im Innern war die große Stube dürftig aufgeputzt, und ein Tiſch als Altar bekleidet, auf dem ein Krucifix ſtand. An dem⸗ ſelben lehnte der alte Pater O'Kelly, und vor ihm knieeten auf einem Stück alten Teppich Lewis O'Donnel und Eliſabeth O Neil. Die Enkel der Schenkwirthin machten Chorknaben, und die Familie, ſowie einige Bewohner von Dunmoore, die Zeugen der heiligen Handlung aus. Peppy Toole ſtand mit gefalteten Händen daneben. Der Greis vereinte die Liebenden durch das Sakrament für das Leben. Er ſprach ſal⸗ bungsreiche Worte, und kein Auge blieb thränenleer, als er Gott und den Heiligen dankte, daß ſie in dem Liebespaar die alten einſt ſo innig befreundeten Ge⸗


