Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

r

Lebens. Sieh', meine ſchlafende Schweſter, ich habe Dich gerächt und mich. Auf Deinem Grabe hab' ich Gerechtigkeit geübt; dort hängt der Böſewicht als ein warnendes Zeichen. Ich habe ihn zum Wächter des heiligen Grabes gemacht. Gottes Frieden und Ruhe mit Dir, Sally, Sally, Herzenskleinod, ſchlaf wohl!

Er ſtieg hinab. In der Einfahrt ſtand John Boyle und betrachtete den Lord mit zufriedenen Blicken.

Ich konnte mir's ſchon denken, was Du thun wollteſt, ſagte der Alte. Der gilt für Parker und O'Neil. Der Vater im Himmel iſt gerecht!

Tim hörte ihn nicht; er ging tiefſinnig nach der Laube. John folgte ihm.Kinder, ſagte der Lootſe, laßt uns eine Tragbahre machen und den guten Michaul darauf laden. Gott wird uns gnädig ſein, daß wir die Donnegal⸗Bay glücklich erreichen. Wir haben ja nicht weit. Dort liegt mein Kutter, der Euch nach Frankreich bringt. Die Reiſe wird Michaul zuträglich ſein.

Wohlan, nicht eine Stunde länger an dieſem Orte! ſagte Michaul Tim willigte ſchweigend ein. Die Tragbahre wurde zuſammengebunden, und eh' der Mittag kam, waren ſie ſchon über die nächſten Berge.

Kaum waren ſie fort, ſo ſprengte Lord Werford an die Ruinen heran; mit Schaudern hatte er bereits die Zerſtörung des Schloſſes vernommen; aber der Schauder ſteigerte ſich zum Entſetzen, als er an dem baumelnden Leichnam Lord Kildare's verzerrte Züge erkannte; und ſein Pferd herumreißend, daß es ſich bäumte, wollte er dieſen Schreckensort fliehen, als er das Papier auf Kildare's Bruſt erblicke. Er befahl ſeinem Reitknecht, das Päckchen zu holen. Zitternd befolgte der Menſch den Befehl. Kaum hatte der