Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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ſchlechter O'Donnel und O'Neil wieder vereint hätten. Vorzüglich hob er heraus, wie an dieſes unſcheinbare Haus ſich das Schickſal dieſes theuern Paares wunder⸗ barer Weiſe knüpfe, ſo daß man den Finger Gottes darin nicht verkennen könne, indem hier die Verwicke⸗ lung begonnen und hier ſich endige.

Peppy umarmte die Neuvermählten und ſegnete ſie. Alle Anweſenden küßten ihnen Hände und Kleider. Nachdem die heilige Handlung vorüber war, ließ

Lewis O'Donnel den Trauzeugen von Peppy's beſten

Getränken reichen; er ſelbſt aber nahm den Arm ſeines holden Weibes und zog ſie hinaus. Dort reichte ihm Bobby eine brennende Fackel. Arm in Arm ſchritten ſie über das Moor und wechſelten nur wenig Worte. Die Fackel warf ein ſchauerliches Licht auf ihren Pfad. Bald hatten ſie das Schloß erreicht. Es ſtand öde und verlaſſen. Sie umwandelten es mit heiligen Gefühlen.

So lebe wohl, auf ewig wohl, uralter Sitz meiner Väter! ſprach Lewis.Kein O'Donnel wird ferner in dir wohnen. Die Enkel deines Geſchlechtes werden einem fremden Boden angehören. Irland muß uns von ſich laſſen. Die ſchwache, in Feſſeln geſchlagene Mutter kann ihre treueſten Kinder nicht an ihr Herz legen. Wir haben einen böſen Traum geträumt, und unſer Erwachen iſt ſehr wehmüthiger Natur. O Donnels heiliger Sitz, du wirſt verfallen, ach, ich kann es nicht hindern; in deinen Höfen wird Gras wachſen, und die Eulen werden in deinen Gemächern niſten, ich darf es nicht wehren. Dreimal Wehe über das hab⸗ ſüchtige, blutgierige Volk, das uns hinausſtößt von unſern Laren und uns der Fremde preisgiebt! Gott wird uns rächen! Eh' das Jahrhundert, das jetzt vor der Pforte der Zeit ſteht, vergehen wird, wird