jenſeit der Niederungen erhebenden Hügelreihen er⸗ kennen, als ſich das verbündete Heer in aller Stille aufſtellte, um Zeuge des an Lord Kildare zu voll⸗ ziehenden Urtheils zu ſein, wozu alle Vorbereitungen gleich nach dem Ausſpruche der Sentenz getroffen wor⸗ den waren.
Auf dem Earneſee jedoch und weiter hinaus über die denſelben umgebenden Ebenen lagerten die grauen Nebelmaſſen ſo dicht und geſchloſſen, daß man im Be⸗ reiche der Niederung keinen Gegenſtand deutlich erken⸗ nen konnte.
Man hatte eben dem von ſeinen Feſſeln entledig⸗ ten Gefangenen noch einmal, dem Herkommen gemäß, den Urtheilsſpruch vorgeleſen und ihn befragt, ob er dagegen Einwendungen zu machen habe, welches er mit geſenktem Haupte, jedoch mit deutlicher Stimme, verneinend beantwortet, als man bei der tiefen Stille, welche über die im Viereck aufgeſtellten Truppen herrſchte, plötzlich ganz deutlich Flintenſchüſſe in der Richtung von Kildare's Schloſſe her vernahm.
Ueberraſcht horchten ſowohl die Truppen, als auch ihre Anführer. Jeder war— obgleich vergebens— bemüht, den Nebel mit den Augen zu durchdringen. Man hörte nur fortwährend die regelmäßigen Salven des kleinen Gewehrs.
Regungslos und ohne Theilnahme an dem, was um ihn her vorging, ſtand der Verurtheilte neben dem Henker, dem er bereits überliefert war, und der bei der allgemeinen Ueberraſchung Anſtand nahm, ſein blutiges Amt zu verrichten.
Erſt durch die Zögerung aufmerkſam gemacht, er⸗ hob Lord Kildare ſein dem Tode verfallenes Haupt in dem Augenblicke, als man gerade in der Front des Heeres das Geräuſch des noch in weiter Ferne über


