Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

58

ken den Flaggenſtock haltend, mit der Rechten ein Pi⸗ ſtol im Anſchlage, während vom entblößten Haupte des Alten das ſchon gebleichte Haar zerſtreut im Winde flatterte.

Auch die Anführer waren ergriffen von dieſem Vilde der Treue. Beſchämt ſchlug ein Theil derſelben den Blick zu Boden, während die Andern unſchlüſſig zu überlegen ſchienen, was ferner zu thun ſei. Der kecke Uebermuth, womit ſie anfänglich alle Schranken durchbrochen und frevelnd die Bande der Pflicht zer⸗ riſſen hatten, ſchien an der felſenfeſten Treue des Aelteſten und Erfahrenſten unter ihnen gebrochen.

Dem Lord, dem das Schwanken der Männer nicht entging, ſchien jetzt der rechte Augenblick gekom⸗ men, die Sache zur Entſcheidung zu bringen. Er warf die Piſtolen von ſich und trat vom Quarterdeck herab, welches bis jetzt nur der Hochbootsmann, der ſeinen Frevel bereits mit dem Leben bezahlt, zu be⸗ treten gewagt hatte, unter die Meuterer.

„Seht, meine Kinder, Gefährten meines Ruhms in mancher heißen Schlacht, der Greis dort oben mahnt Euch ergreifender, als ich ſelbſt, wie England erwartet, daß Jeder von uns ſeine Pflicht thut.— Gegen die Rebellen laßt uns ausziehen, in ihrem Blute wollen wir den Schimpf auswaſchen, den ſie Euch anzuthun gedachten. Das Blut jenes Elenden allein ſoll Eueren Fehler ſühnen. Euch Andern hier an Bord ſei vergeben im Namen des Königs, wenn Ihr ſofort zu Euerer Pflicht zurückkehrt.— Wollt Ihr jedoch,“ ſo ſchloß der beherzte Mann mit edlem Feuer,„daß Englands Stolz, der Schrecken unſrer Feinde, die hölzernen Wälle, unſre treffliche Flotte durch Englands eigene Söhne untergehe, ſo nehmt mein Haupt zuvor, das Ihr erſt kürzlich noch mit