Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

57

überraſcht nach der Stelle blickend, wo die Stimme wie aus des Meeres Tiefe heraufſchallte,„ſo bleibt doch mein Wahlſpruch: König Georg und britiſche Seemannsehre! Folgt mir, meine Getreuen! Vorwärts im Namen Gottes und Altenglands! Jeden Tropfen unſeres Bluts für unſre Flagge!“ Zufällig oder aus Gewohnheit, vor jedem großen Unternehmen auf das Symibol der kriegeriſchen Ehre zu blicken, wendete er ſein Auge nach der Spitze des Hauptmaſtes, und feſte Zuverſicht, Freude und Vertrauen ſtrahlten plötzlich aus ſeinem Geſicht; denn über der Leuchte am gro⸗ ßen Maſte wallte frei und ſtolz die mächtige rothe Flagge mit dem blauen Andreaskreuze weit hinaus in die Lüfte.

„Ein kühnes Wagſtück, bei Gott! Die That iſt des Bathordens werth!“ ſprach er zu ſich ſelbſt.„Nichts kommt mir gelegener, als dieſer Beweis britiſchen Edelſinns.— Seht Ihr dort oben die ſtolze Flagge?“ jubelte er.„Wie durch einen Zauber iſt ſie eben er⸗ ſchienen. Sie iſt dieſelbe, unter der ihr vor kaum zwei Monden den Sieg an der ſpaniſchen Küſte er⸗ rungen habt. Sie wird Zeuge ſein, wie Euer Ad⸗ miral für britiſche Ehre auch zu ſterben weiß. Wenn ich eine Leiche bin, holt ſie herab und tretet ſie mit Füßen, Ihr Sieger von St. Vincent, Taufzeugen meines neuen Namens!“

„Auch der alte Anſon, Ihro Herrlichkeit, muß erſt von hier herab über Bord, ehe eine andre Flagge als die des Königs am Maſte des Royal George weht,“ rief eine Stimme wie aus den Wolken herab. Alle richteten überraſcht den Blick nach oben; ſchneller aber als alle Andern hatte der Admiral den Ort und die Stimme erkannt. Hoch auf dem Hauptmaſte ſtand der alte Quartiermeiſter des Dreideckers, mit der Lin⸗