gebt unſerm König den Oberbefehl! Hebt ihn herab, daß er uns führe!“
Es geſchah.„Sir Lewis O'Donnel,“ redete Evans O'Neil,„unſere Feinde entbehren des Hauptes; es lebt kein Statthalter von Irland mehr. Vergebens ſind die Anſtrengungen der Engländer und ihrer Sold⸗ tnechte, das Volk iſt auf unſrer Seite. Sie ſind zum König dieſes Inſellandes erwählt. Führen Sie Ihre getreuen Schaaren zum Sieg!“
„Ja vollenden Sie das Werk, das wir begon⸗ nen;“ rief Leßlie.„Jetzt können Sie nicht länger zögern, Sir Lewis. Der höchſte Lohn erwartet Sie, König der freien Iren zu ſein!“
„Gebt mir ein Schwert!“ rief der Angeredete; „ich will mit Euch kämpfen und fallen, Söhne Erins, aber betrügen kann ich Euch nicht. Ich bin nicht Lewis O'Donnel, ich bin nur ſein Diener Michaul Dahna, der ſtatt ſeiner im Gefängniß ſaß, während er, wenn ihm per heilige Patrik beiſtand, glücklich entkommen iſt.“
„Er iſt nicht O'Donnel! O'Donnel iſt geflohen!“ rief das Volk wild durcheinander, und der Ruf wurde ſchnell zum tauſendſtimmigen Entſetzensſchrei. Ein paniſcher Schrecken erfaßte die wenig Augenblicke vorher ſo begeiſterten Maſſen.
„Ha, hört es doch, iriſche Männer!“ hohnlachte Leßlie,„wie Sir Lewis O'Donnel, der von Euch An⸗ gebetete, Vergötterte, Euch vergilt! Während Ihr für ihn blutet, ihn, der Nichts für Euch gethan, zum König ausruft, flieht der Feigling und überläßt Euch Euerem Schickſal. Das iſt ein Patriot! Hahaha!“
Sein Gelächter verhallte im Geheul der Menge, denn ſchon raſſelten die ſchwerbepanzerten Reiter mit⸗ ten unter ſie hinein und die wuchtigen Schwerter ſaus⸗


