von einer zahlloſen Volksmenge von der Straße her⸗ auf erwidert wurde, folgte dieſer einfachen Rede, wo⸗ durch O'Neil in wenigen Worten Irlands politiſches Glaubensbekenntniß öffentlich abgelegt hatte, welches auch dem kurzſichtigſten ſeiner Landslente begreiflich war. Dann warfen ſie die Masken von ſich und eilten jubelnd hinaus, nach allen Seiten hin den be⸗ ginnenden Aufſtand zu verkündigen. Von der Straße herauf, wo das Geſchrei:„Der Vicekönig iſt ermor⸗ det!“ wie geflügelte Drachenbrut nach allen Winden flog, drängte ſich die rohe Maſſe in den Saal. Hier ein gräßliches Chaos aller Töne und Stimmen, Aus⸗ rufungen der Angſt, des Schreckens, der Verzweiflung, der rohe Jubel gemeiner Leidenſchaften, die jeder Feſ⸗ ſel entbunden, bacchantiſch umherraſen, Fluchen, To⸗ ben, Lachen, Jauchzen, Weinen und Geheul, dabei ein Drängen und Treiben, ein Fluthen und Vorwärts⸗ ſtreben in den Sälen und Zimmern, hinaus, hinein⸗ Verſchwunden war die todte Steifheit, aber das Leben, das plötzlich erwacht war, hatte das Grauſen in ſei⸗ nem Gefolge.
Ein Theil der Gäſte ſuchte die allgemeine Ver⸗
wirrung zur Flucht zu benutzen; Manchen gelang es,
Vielen nicht. Einige der Entſchloſſenſten, mit zurück⸗ gekehrter Beſonnenheit die Gefahr erkennend, welche ihnen zugleich mit der Stadt drohete, wenn nicht auch von ihrer Seite ſo raſch als von der ihrer Gegner gehandelt würde, unter ihnen auch der Lord Kanzler, benutzten den Augenblick, als Evans unter die Ver⸗ ſchwornen trat, um in das Zimmer zu dringen. Dort umkreisten ſie ſchnell den Schwerverwundeten, aber ihr Erſtaunen überſtieg alle Gränzen, als ſie wahrnah⸗ men, es ſei nicht der Lord Statthalter, den ihr Schre⸗ cken beklagte. Der Lord Kanzler wollte dieſe über⸗


