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zu, und alle die Marinari riefen:„Wir begrüßen Dich, Maſaniello!“ In einem Nu waren die Geſich⸗ ter frei, und mit Entſetzen erkannten die Uebrigen wilde Blicke und Züge aus den Vorſtädten und dem Hafen. O'Reil trat mitten unter ſie und rief, ſeinen Dolch vorzeigend:„Verkündet jetzt unſern Landsleuten in den entferntern Theilen der Stadt, daß ich das Werk, welches ich Irland gelobte und meiner Rache, vollbracht habe. Der Statthalter iſt von meiner Hand gefallen!“— Ein gräßlicher Schrei löſte die ſtarre Feſſel der Furcht und des Erſtaunens, in welche die Verſammlung geſchlagen war. Kalt ſah ſich der Red⸗ ner im Kreiſe um, dann fuhr er fort:„Eilt an den Hafen, führt die Tauſende heran, die dort und in den Kirchſpielen der Vorſtädte nur auf dieſe Nach⸗ richt warten, um zu unſrer Unterſtützung heranzu⸗ ſtürmen. Dann laßt uns die Gefangenen aus dem Kerker befreien und vor allen ihn, den treueſten Sohn Erins, und ihn als das neue Oberhaupt des Vater⸗ lands begrüßen. Denn Ordnung, Ihr Männer, ver⸗ ſteht mich recht, muß ſein! Ein Schiff ohne Steuer kann dem geringſten Luftſtoße nicht widerſtehen, eben ſo wenig könnt Ihr beim beſten Willen Euch ſelbſt regieren! Nie hab' ich's gern geſehen, wenn mehr als ein Koch am Bord wirthſchaftete. Doch hatte ich's immer am liebſten, wenn's ein Landmann war, der uns mit einfacher iriſcher Koſt bewirthete. Ich gönne Roaſtbeef und Plumpudding den Engländern. Uns laſſe man nur unſere Kartoffeln, und wenn's ſein kann, ein Schinkenſchnitichen am Feſttag. Aber den eignen Koch, nicht hundert, die in den Topf gucken, das Fett abſchöpfen und uns nur das Waſſer laſſen! Dafür, Kinder, will ich nun jetzt ſorgen.“
Ein donnerndes Lebehoch ſeiner Gefährten, welches


