Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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ſtes zu erhöhen und durch mehr als gewöhnliche Herablaſſung und Freundlichkeit eine gleichmäßige hei⸗ tere Stimmung in der Geſellſchaft hervorzurufen, und ſie wurden in dieſem ſchönen Beſtreben von all' den vornehmen Iren unterſtützt, die ſonſt die Karnevals⸗ freuden in Frankreich oder Italien zu genießen ge⸗

wohnt geweſen waren. Zudem iſt des Iren flüſſige⸗

res Blut und ſeine Beweglichkeit geeignet, ſich mit Leichtigkeit in andern, als die ihm eigenthümlichen und nationellen Formen zu bewegen, während der Eng⸗ länder in allen Verhältniſſen der ſtolze, egviſtiſche, langweilig⸗phlegmatiſche Sohn John Bulls bleibt. Der Karneval iſt endlich ein ächter Sohn des katholiſchen Kultus, und nur der ſüdeuropäiſche Katholik verſteht ſeiner recht froh zu werden. So war denn auch die Maskerade des Lord Kanzlers nur eine gemachte Blume. Die ſtolzen Engländer, die geſpreizten Töch⸗ ter Albions hatten ſich wohl in Masken geſteckt, aber es blieben eben nur Masken; kalt und langweilig be⸗ wegten ſich dieſe mit Brillanten überladenen Damen

durch die Säle, ohne der entfalteten Pracht einen

Blick zu ſchenken, und man ſah nur angeputzte Autv⸗ maten, die ſich im geregelten Schritt fortſchoben, oder gar ſtehen und ſitzen blieben. Dieſer tödtende Geiſt wirkte auch auf die Irländer, und endlich hörte man

nur ſelten ein geflüſtertes Wort, ein lautes aber gar

nicht mehr. Gleich dem dichten Nebel des Landes legte ſich ein unheimliches Gefühl über die Herzen, und eine düſtre Ahnung belaſtete die Gemüther. Es war, als ob ein finſtrer Dämon die Freude unter ſeinem eiſernen Fußtritt niederhalte, und wie auch rauſchende Muſik erſchallte, wie man auch an den luculliſch beſetzten Tafeln ſchwelgte: Irlands böſes