273
ſchränkter Gewalt verſehen und mit demſelben Glanz umgeben war, wie der britiſche König ſelbſt, langſam durch die Menſchenmenge, welche Kopf an Kopf ein langes Spalier bildete.
Beim Anblick der den Zug eröffnenden und ſchlie⸗ ßenden Dragoner, deren Bekanntſchaft ſchon Mancher unter den Zuſchauern im Treffen bei Fairbridge oder bei andern Gelegenheiten gemacht hatte, ließ ſich hier und da das höhniſche Pfeifen vernehmen, womit ſie, ſobald ſie die Kaſernen verließen, gewöhnlich begrüßt wurden. Jedoch der rauſchende Tuſch, welchen Pauken und Trompeten der Ankunft des Vicekönigs entgegen⸗ ſchmetterten, ſowie der ceremoniöſe Empfang des ho⸗ hen Gaſtes am Portale des Palaſtes, lenkte die Auf⸗ merkſamkeit des Volks bald wieder auf das glänzende Hotel, wo ſich jetzt erſt das eigentliche Leben ent⸗ 3 wickelte.
Was Pracht und Luxus bieten konnten, ſchien
hier auf einem Punkte in den Prunkzimmern des Lord Kanzlers zuſammengedrängt. Die Buffets ſtrahl⸗
ten den Schimmer goldener und ſilberner Geſchirre und brachen faſt, gleich den in den verſchiedenen Er⸗ holungszimmern aufgeſtellten Tafeln, unter der Laſt der edelſten Weinſorten und der auserleſenſten Lecke⸗ reien. Schaaren von reichbetreßten Dienern waren bereit, die leiſeſten Wünſche der Gäſte zu befriedigen,
und ein Meer der feinſten Wohlgerüche erfüllte ſie berauſchend zugleich mit den Zaubertönen einer lieb⸗ lichen Muſik, die bald vom brauſenden Allegro zum
ſchmelzenden Adagio überging, bald aus den Molltö⸗ nen der Polonaiſe zu dem Scherzandv des Reels oder des Kontretanzes wechſelnd hüpfte.
Der aufmerkſame Feſtgeber, wie der Lord Statt⸗
halter ſelbſt, boten Alles auf, die Freuden des Fe⸗
Storch, ausgew. Romane u. Novellen. VIII. 18
— *


