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die Geduld ausgehen. Drum noch einmal, ſag' ich, wozu das unnütze Heulen und Lamentiren?“
Es hatte ſich allmählig ein großer Kreis von Landleuten und Bürgern aus den niedern Klaſſen und Arbeitsleuten jeder Art um den Redner verſam⸗ melt, der eben nicht bemüht war, ſeine Worte vor den Ohren Andrer verborgen zu halten. Ein lautes Bravo tönte durch die Verſammlung. Schon hörte man hier und da Verwünſchungen auf die Orange⸗ männer, als man ein ungewöhnliches Drängen im äußern Kreiſe des umherſtehenden Volkes wahrnahm.
„Platz da für Sr. Herrlichkeit! Gebt Raum für den Wagen des Lord Statthalters, ihr Leute! Nehmt Euch in Acht vor den Hufen der Pferde!“ riefen ei⸗ nige voranſprengende Dragoner.
„Zetzt ruhig, meine braven Landsleute!“ ermahnte der Redner, der kein Andrer war, als Evans O'Neil. „Keine Unordnung, keine Gewalt! Man wird den geſtrengen Herrn dort zur Abänderung der Maßre⸗ geln zu bewegen ſuchen, welche neuerdings, um das Volk auf's Aeußerſte zu bringen, getroffen ſind. Noch Anderes, meine Freunde, was Manchem unter Euch lieb ſein wird, ſoll eheſtens vollbracht werden. Jetzt empfehle ich noch einmal Ruhe, bis Ihr weiter von mir hört. Ich hoffe, Ihr ſollt zufrieden ſein mit einem Manne, der ſein Leben für Euere Freiheit zu geben bereit iſt. Nun, Männer, macht Platz für des Vicekönigs Wagen!“ ſo ſprach der Einäugige im be⸗ fehlenden Tone und Alles verſtummte.
Das Volk theilte ſich willig auseinander, und in einem prächtigen vierſpännigen Staatswagen mit vie⸗ ler Vergoldung, buntem Schnitzwerk und großen Spie⸗ gelſcheiben, von einer glänzenden Dienerſchaft umge⸗ ben, fuhr der Mann, der damals faſt mit unum⸗


