Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

264

Schwer wird es ſein, den zu retten, den er dem Un⸗ tergange ſchon deshalb geweiht zu haben ſcheint, weil er ihn, ſo lange er lebt, als ein drohendes Schreck⸗ bild fürchten wird, erwiderte Howard.

Ja, ſchwer wird es ſein, denn wir müſſen einen Plan erſinnen, bei deſſen Ausführung mein Vater ge⸗ ſchont wird; die Tochter kann nicht gegen den Vater in die Schranken treten. Um dieſen aber an der Aus⸗ führung eines Verbrechens zu hindern, welches die Nachwelt mit Schauder erfüllen würde, während es jetzt in der Zeit der Leidenſchaften und des blinden Wahns vielleicht gar von einer Partei mit dem jetzt ſo zwei⸗ deutigen Namen Bürgertugend belegt werden dürfte, werde ich Alles aufbieten. Michaul Dahna hat mir verrathen, daß Sie dieſelbe Abſicht haben. Wollen Sie mir beiſtehen, ſich mit mir vereinigen, Herr Rittmei⸗ ſter, den Mann, der auch Ihrem Herzen theuer iſt, zu retten? ſchloß ſie mit hoher Begeiſterung.

Mein Leben iſt jedem Dienſt geweiht, den die Befreiung O'Donnels erheiſcht, erwiderte Howard feurig.Ich habe deshalb ſchon meine Vorbereitungen getroffen, um mit freier Hand für den Freund han⸗ deln zu können, und damit auch kein Flecken auf mei⸗ ner Ehre haftet, habe ich das Geſuch um meinen Ab⸗ ſchied eingereicht. Ich erwarte täglich die Entlaſſung aus einem Dienſt, der mir, ſo ehrenvoll ich es früher hielt, für Britanniens Ehr' und Ruhm zu kämpfen, jetzt um ſo gehäſſiger geworden iſt, ſeitdem wir als Schergen nur zur Unterdrückung eines Landes gebraucht werden, welches dieſelben Anſprüche auf Freiheit hat, wie das ſtolze Nachbarland. Nur noch wenige Tage Geduld, Miß Eliſabeth, ſo ſchwer Ihrem liebenden Herzen jeder Augenblick eines längern Zögerns auch werden mag! Sobald der Abſchied in meiner Hand