Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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von dieſen Dokumenten gemacht hätte. Aber das Le⸗ ben ohne Ehre iſt ein todter Körper, den Jeder flieht und verabſcheut. Nur durch Verrath, durch Verrath an Deinem Vater, Eliſabeth, alſo durch doppelte Schande und durch Deinen Fluch würde ich mir ein verächtliches Daſein erkaufen können.

In jener ſchmerzlichen Stunde, als wir uns nach langer Trennung zuerſt am Grabe meines Vaters wiederfanden, da blickten wir hinauf mit Hoffnung, mit feſter Zuverſicht auf jene beſſere Welt, wo einſt die verklärten Geiſter meines Vaters und Deiner gü⸗ tigen Mutter ein Bündniß heiligen werden, dem hie⸗ nieden kein Segen blüht. Wir ſchwuren uns Treue damals für das Leben, zu dem man nur durch den Tod eingeht.

So wie der Himmel dieſen Schwur vernommen hat, ſo hörte er auch ein andres, Dir geleiſtetes Ge⸗ lübde. Es hieß: Keine Rache an Deinem Vater! Während ich Dir jetzt ſein Leben und ſeine Ehre gleich⸗ ſam als ein Vermächtniß übergebe, glaube ich Dir die ſicherſte Bürgſchaft meiner Liebe zu leiſten, die unermeßlich, wie jenes Reich der Hoffnung iſt, wo mit der Morgenröthe des neuen Lebens ewiger Frie⸗ den für die Seligen anbricht, die unter langen Schmer⸗ zen, doch ohne zu wanken, das Schickſal des Erden⸗ pilgers erfüllt haben. Dein Vater iſt gerettet, Eliſa⸗ beth, und Lewis O'Donnel geht unter; aber er ſtirbt für ſeine Liebe und ſeine Ehre.

Erſchöpft lehnte ſich Eliſabeth im Divan zurück, als ſie dieſe Zeilen wiederholt geleſen hatte. Stür⸗ miſch wogte ihr Buſen, auf welchem ſie die Schreib⸗ tafel, als das heiligſte Pfand, welches je ein Mann als Bürgſchaft für ſeine Liebe gab, verborgen hatte. In fieberhafter Glut brannten die Wangen, welche