Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

257

genblick der Feſſeln ledig, handeln müſſe, und daß, um guten Erfolg zu erſtreben, dieſer Augenblick nicht zu verlieren ſei. Es war kaum in der nächſten Um⸗ gebung bekannt worden, daß der Lord und ſeine bei⸗ den Damen verreiſt ſeien, als auch ſchon Arme auf Lindſayhall ſich einfanden, um Eliſabeths engelgleiche Mildthätigkeit anzuſprechen, und einem jungen Mäd⸗ chen, das für ihre alten arbeitsunfähigen Eltern Ge⸗ ſchenke empfing, trug Eliſabeth einen Weg nach Green⸗ lodge auf, wohin ſie ihr einen Brief an Michaul Dahna übergab. Das dankbare Kind wäre für die gütige Lady noch zehnmal weiter gelaufen. In dem Briefe erſuchte Eliſabeth den Verwalter des O'Don⸗ nel'ſchen Gutes, ſich dieſen Abend beim Monument im Parke einzufinden, um mit ihr über die Angele⸗ genheiten ſeines Herrn wichtige Rückſprache zu neh⸗ men, ihr aber vorher durch die Ueberbringerin melden zu laſſen, ob er kommen wolle.

Das arme Mädchen war noch vor Nachts mit Dahna's Zuſage zurück und erhielt eine reiche Be⸗ lohnung.

Mit Einbruch der Dämmerung entfernte Eliſa⸗ beth ihre Bedienung und behielt nur ihr Kammer⸗ mädchen zurück, auf deſſen Treue ſie ſich verlaſſen konnte. Mit dieſem begab ſie ſich verhüllt nach dem Grabſtein. Miec war bereits an Ort und Stelle; er trat hinter dem Marmorblock hervor, um die Lady ehrerbietigſt zu begrüßen.

„Folge mir auf mein Zimmer,“ ſagte dieſe nach Erwiderung der Höflichkeit;„dort können wir uns ausſprechen und ſind vor Lauſchern ſicher.“

„Ihr habt über mich zu befehlen, Mylady,“ ver⸗ ſetzte der Mann und folgte. „Mic,“ redete Eliſabeth, auf ihrem Zimmer an⸗ Storch, ausgew. Romane u. Novellen. VIII. 17