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28. Ein edles ündniß.
Miß Anna Reil hatte durch nichts vermocht wer⸗ den können, Lindſayhall wieder zu verlaſſen, und der ſtille Haß, zwiſchen den beiden Favoritinnen des Lords war in offene Feindſeligkeiten ausgebrochen. Beide beobachteten einander und bezahlten Spione im Hauſe, die jeden Schritt der Einen der Andern verriethen. Durch die ſchwergekränkte Anna erfuhr der Lord mehr als wahr und ihm lieb war von Margarets vertrau⸗ tem Umgang mit Lord Wexford; aber dieſe wußte ſich auf eine glänzende Weiſe an ihrer Feindin zu rächen, indem ſie dem Lord verrieth, daß Anna mehre geheime Unterredungen mit Tim Ruuthan gehabt und ſich zur gemeinſamen Rache an ihm, dem Lord, und an ihr, Margaret, verbündet. Dieſe Nachricht, ihm erſt Tags nach der Scene am Monument Sir William O'Don⸗ nels überbracht, flößte ihm neuen, ungeheuern Schrecken ein. Die kleine Geſtalt des Reitknechts in Verbin⸗ dung mit der racheſüchtigen Anna ragte wie ein rie⸗ ſiges Geſpenſt drohend in ſein Leben herein; er ſchau⸗ derte beim Gedanken an ſeinen Sohn.
Am andern Morgen reiſte er nach Dublin ab, und die feindlichen Damen mußten ihn Beide beglei⸗ ten; vielleicht hoffte er Beide auf gute Art los zu werden.
Kaum ſah ſich Eliſabeth allein im Schloſſe, als ſie freier zu athmen begann. Ihre zeither unter dem Druck ſchwerer Sorgen gebundene geiſtige Kraft regte die Flügel muthig. Sie begriff, daß ſie, einen Au⸗


