Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

der Rächer des unſchuldig Ermordeten, wenn Ihr deſſen unſchuldig eingekerkerten Sohn nicht befreit!“

Ein gräßliches Hohngelächter, das ihr zur Seite erſcholl, ſchreckte Beide auf. Des Lords Augen roll⸗ ten wie feurige Räder und quollen mit unwiderſteh⸗ licher Gewalt aus ihren Höhlen; ſeine Haare ſträub⸗ ten ſich zu Berge, ſeine Nägel gruben ſich in den Marmor des Monuments; denn hinter demſelben tauchte eine von Mondſchein fahl übergoſſene Geſtalt auf, gleichſam als winde ſie ſich unter dem Steine empor. Der Lord glaubte im furchtbarſten Entſetzen, Sir Williams Geiſt vor ſich zu ſehen. Bald zwar belehrten ihn die Worte der Erſcheinung über ſeinen Irrthum, aber eben dieſe Worte waren am wenigſten geeignet, ſeinen Schrecken zu vermindern; ſie gaben ihm eine andere Richtung.

„Ich grüß' Euch ſchönſtens, mein werther Va⸗ ter!“ hohnlachte Tims verzerrter Mund.„Ihr wer⸗ det Euer Söhnlein doch zum Erben von Lindſayhall machen? Nicht? Nun ſo werd' ich Euch mein Erb⸗ theil auf andere Weiſe abzugewinnen wiſſen. Die Papiere, Muhme, die Papiere! Ich will Sir Lewis aus dem Gefängniß befreien, ich will Sir Williams Rächer werden. Ich ſchwör' Euch's beim allmächtigen Gott! O Muhme, Juwel, vollendet Euer Werk! liefert mir die Papiere aus!“

„Ungethüm! Teufelsſohn!“ ſchalt Peppy und ſchlug in gränzenloſer Wuth mit einem ihrer Holzſchuhe auf Tim los. Lachend entfloh dieſer; der Lord lag ohn⸗ mächtig am Monument und Peppy ſchlich aus dem Park über das Moor, ihrer Wohnung zu.

K

3

——

—— 2

——