Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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„So folge mir in's Schloß!“ verſetzte er ſeltſam befangen.

„Nicht doch! Es kann hier abgemacht werden. Folgt mir auf jenen Hügel, dort kann ich ungeſtört mit Euch reden. Laßt Eure Begleiter derweil hinrei⸗ ten. Es iſt bald abgemacht. Wozu erſt in's Schloß gehen? Ich gehe nicht gern in's Schloß.“

Zum größten Erſtaunen der Uebrigen, vorzüglich Henderſons, ſtieg Kildare— obgleich Flüche mur⸗ melnd— vom Pferde, übergab es einem der herbei⸗ gekommenen Knechte, befahl Allen, ſich nicht weiter aufzuhalten, und ſchickte ſich an, den Hügel zu erſtei⸗ gen, den das Monument krönte. Von den Knechten blieb Tim beim Ritt durch den Park bald um einige Schritte zurück und ſprengte dann, von den Andern unbemerkt, durch einen Seitenweg.

Der Marmor des Grabſteins glänzte ſchauerlich weiß im Mondſchein; die Fichten neigten ihre düſtern Häupter, wie unwillig über den unheiligen Gaſt an dieſer heiligen Stätte und flüſterten grollend. Peppy ſtand ſich verſchnaufend an die eine Ecke des Grab⸗ mahls gelehnt und der Lord fröſtelnd vor ihr, ver⸗ geblich bemüht, ſich in eine unwirſche Stimmung zu ſchrauben, und in den Worten:„Nun, was ſoll's, Peppy, mit Deiner Zudringlichkeit?“ ſein Inneres mehr als zu deutlich verrathend.

„Ich habe eine Bitte an Euch, geſtrenger Herr!“ begann ſie eintönig.„Ihr möchtet nämlich morgen oder in den nächſten Tagen nach Dublin reiſen und dort Sir Lewis O'Donnel, unſern Liebling, aus dem Gefängniß befreien, ſei es nun durch Euern Einfluß, ſei es durch Gewalt; mögt Ihr die Anklage nieder⸗ ſchlagen, ſeine Richter oder die Kerkermeiſter beſtechen, oder ſein Gefängniß ſtürmen, oder wie Ihr wollt.