Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Lord heute jage, verfügte ſie ſich an das Monument Sir William O'Donnels auf dem Hügel, an deſſen Fuß der Weg vorüber führte, ſetzte ſich auf die Bank und überließ ſich ihren Betrachtungen. Darüber brach die Nacht herein, und die halbe Mondſcheibe ſtieg, ein Bild der Schwermuth, über die rauſchenden Föhren, die das Grab umgaben, empor und lächelte träume⸗ riſch bitter auf die alte frierende Frau herab. End⸗ lich unterbrach Pferdegetrab die Stille; Menſchenſtim⸗ men wurden laut, und Peppy huſchte in den Weg hinab, wo ſie ſich an einen lichten Platz, vom Monde beglänzt, wie eine Statue aufſtellte. Der Jagdzug kam heran, voran der Lord mit einigen Edelleuten aus der Nachbarſchaft, und mehre ſeiner Pächter, worunter ſich Morries und Henderſon befanden; hin⸗ terdrein die Knechte mit der Jagdbeute beladen; un⸗ ter dieſen Tim Ruuthan. In dem Augenblicke, als Kildare vorüber reiten wollte, trat ihm Peppy in den Weg, ſo daß die Pferde ſcheuten, und ſprach mit er⸗ habener, ſchier kreiſchender Stimme:„Mylord, ich habe Euch Dinge von großer Wichtigkeit zu ſagen. Steigt ab und gebt mir Gehör!“

Das Fluchen der Reiter, ſowie das Fragen, wer das unheimliche Weſen ſei, wer es wage, den Lord jetzt und auf dieſe Art anzureden, reihete ſich unmit⸗ telbar an Peppy's Worte; der Lord wußte wohl, wer die Sprecherin war, er hatte ſie an der Stimme er⸗ kannt.

„Es iſt die alte Hexe aus der Heideſchenke!“ rief Morries.„Zurück, ſag' ich Dir, Vettel, oder wir reiten Dich über den Haufen!“

„Ich erſuche Lord Kildare um ein Wort,“ ſagte ſie ruhig und griff in die Zügel ſeines Pferdes.