Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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in Euch Kildare's böſen Geiſt und Sir William O'⸗ Donnels Rächer. Wie trefflich, daß Ihr den dort in Euere Dienſte genommen habt“— ſie deutete auf Tim.—„Wahrlich, das iſt Gottes Finger! Ihr ge⸗ hört zuſammen, und Kildare iſt Euch verfallen. Aber noch hat ein Menſch eine größere Macht über den Lord, als Du, Pächter von Chesnuthill, eine dunkle, fürchterliche, zerſchmetternde Macht, die Dir unbekannt iſt. Zittre vor ihr; denn ſie droht auch Deinen toll⸗ kühnen, hochfahrenden Plänen Zerſtörung! Und dieſe Macht beſitzt ein Weib, und dieſes Weib— bin ich. Euere Nacht bricht plötzlich herein, wenn Ihr Mittag zu haben glaubt. Wehe, wer dann nicht Rechenſchaft em Richter droben geben kann von ſeiner Hände Werk!“ fügte ſie mit warnender Stimme hinzu und ſetzte ſich, ohne weiter ein Wort zu ſagen, auf ihren gewöhnlichen niedrigen Platz am Herde nieder, wo ſie, das alte Haupt auf die Kniee geſtützt, bald in die Flammen ſtierte, bald mit dem Schnüreiſen wunder⸗ liche Figuren in die Aſche zeichnete.

Sprachlos blickte Henderſon, der ſein tiefſtes Ge⸗ heimniß plötzlich ſo ganz bloßgegeben glaubte, eine Zeit lang auf die verſtummte Greiſin. Dann ſuchte er aus ſeiner mit Goldſtücken gefüllten Börſe eine Krone heraus, warf die Münze, die weit mehr war, als ſeine Zeche betrug, auf den Tiſch und verließ das Haus, obgleich er ſeinem ehemaligen Herrn, dem Lord Wex⸗ ford, einen Beſuch zugedacht hatte, in einem ſo auf⸗ geregten Zuſtande, daß die Verſtörung ſeiner Geſichts⸗ züge ſelbſt Tim auffiel, als er ſeinem Herrn die Steig⸗ bügel zum Aufſitzen hielt.