Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Cauth Murthock purzelte er die Treppe hinab, doch erſt als die Jagdhunde ihre Gebiſſe in ſein Fleiſch ſetzten, ſuchte er ſein Heil in der Flucht. Keuchend, blutend, außer ſich, rannte er über das Moor, an Leib und Seele kaum noch einem Menſchen ähnlich, er wußte nicht wohin. Ueberall gehaßt, verſtoßen, ſich ſelbſt verachtend, hatte er kein Plätzchen, wo er ſein Haupt unter Dach legen, keine Kartoffel, womit er ſeinen Hunger ſtillen konnte. Nichts war ihm geblie⸗ ben, als ohnmächtige Flüche.

Indem er ſo von wilder Verzweiflung gepeitſcht dahin ſchoß, gewahrte er in der Ferne einen Reiter, der von der Heideſchenke herkam, und in welchem ſein ſcharfes Auge bald den neuen Pächter von Chesnu⸗ thill erkannte. Der Unſelige wollte entfliehen, nicht vermögend den Anblick eines Glücklichen zu ertragen, ſchien ihm doch ſchon die unbelebte Natur ſeiner zu ſpotten; aber Henderſon, der ſeinerſeits in der kleinen Geſtalt, die nicht wohl zu verkennen war, den aus der Heideſchenke vertriebenen Hausknecht entdeckt hatte, ſpornte ſelbſt, von Neugierde getrieben, ſein Roß, um zu erfahren, was eigentlich dieſe ernſthafte Kataſtrophe herbeigeführt haben möchte, worüber ſich die alte Wir⸗ thin trotz ſeiner zudringlichen Fragen nicht weiter aus⸗ gelaſſen hatte. Nach einigen Augenblicken war Tim erreicht und mit Fragen beſtürmt; der Zerknirſchte wand ſich ſtatt aller Antwort, heulend, wie ein ge⸗ peitſchter Hund, zu des beſtürzten Pächters Füßen, Henderſon zeigte dem Verzweifelten alle Theilnahme, ſtieg vom Pferde, hob ihn auf und brachte ihn endlich zum Erzählen.

„Meine Muhme hat mich fortgejagt,“ knirſchte Tim, ſeinen Bericht endigend,„weil mich der alte ſchändliche Pfarrer an ſie verrathen; ſie kann ich nicht Storch, ausgew. Romane u. Novellen. VII. 15