Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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ich nicht der Mann bin, der die Mündung eines Piſtolenlaufes, oder eine blanke Klinge fürchtet.“

„Ich weiß nicht, ob ich Sie darum loben oder ta⸗ deln ſoll,“ verſetzte Kildare.„Es wäre eine Schande für Sie, ſich mit einem ehrloſen Manne zu ſchlagen, und ich habe alle Urſache zu vermuthen, daß Lewis O'Donnel ein ſolcher iſt.“— Hierauf exzählte er von dem Ueberfall und der Befreiung der Gefangenen, ſo viel er für gut fand, und verſchwieg alſo ſorgfältig ſeinen Schrecken, ſeine Geſpenſterfurcht und ſeine dem Magiſter geleiſtete Beichte, und knüpfte daran die Bitte, ſich mit ihm zur Entlarvung O'Donnels auf die von Morries angegebene Weiſe, die er für eignen Einfall ausgab, zu vereinigen.

„Zur Liſt müſſen wir unſere Zuflucht nehmen, mein lieber Obriſt, um jenem eben ſo vorſichtigen, als küh⸗ nen Verräther auf die Spur zu kommen. Jedes Mit⸗ tel iſt erlaubt, wo es das Wohl des Staats und der Krone gilt, dies lehren uns die Grundſätze der Poli⸗ tik;“ ſo ſchloß Kildare, um Werford zu beruhigen, der die entſchiedenſte Abneigung gegen alle verſteckten, mit ſeinem offenen Charakter im Widerſpruch ſtehenden Wege an den Tag legte.

„Wozu alle dieſe liſtigen Ränke, Mylord Kil⸗ dare? Er füällt einſt noch mit en Waffen in der Hand in unfre Gewalt oder ſonſt im Begehen irgend einer That, wo wir offen, mit dem Geſetz gerüſtet, gegen ihn handeln können. Dann iſt's noch früh genug, und er ſelbſt hat mit Fug und Recht die Fol⸗ gen davon zu tragen. Daß man ihn jedoch nach der Weiſe der Diener der heiligen Hermandad mit Netzen und Fallen umſtellt, oder, nachdem man irgend ein zweideutiges Wort oder eine freimüthige Aeußerung erlauert hat, über ihn herfällt, das— haſſe ich, My⸗