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lord, ſelbſt bei den Dienern der Gerechtigkeit, am al⸗ lerwenigſten aber mag ich die Hand dazu bieten. Und iſt es denn erwieſen, daß er den nächtlichen Einbruch in Ihr Schloß leitete? Könnten es nicht viel wahr⸗ ſcheinlicher die Spießgeſellen der Gefangenen geweſen ſein, ihre Freunde und Verwandte? Ich möchte mich weit eher für das Letztere entſcheiden.“ „Ihr braves Soldatenherz will immer nicht an das Böſe glauben,“ lächelte Kildare.„Allein ich kann nicht umhin, zu verſichern, daß Sie in Ihrer Garni⸗ ſon gegen O'Donnel und ſeiner Bande Ueberfall nicht geſchützter ſind, als ich in meinem Schloſſe. Kennen Sie die Wirkung, die ein fanatiſcher Kopf auf die dumme rohe Menge ausübt? Und hat dieſer O'Don⸗ nel nicht alle Eigenſchaften eines vollkommenen Schau⸗ ſpielers, um das Volk zu bethören? Er erheuchelt Tugend, Frömmigkeit, Enthaltſamkeit, Tapferkeit; er huldigt den wüthenden Leidenſchaften des Pöbels und iſt dadurch ſein Abgott geworden; er hat durch ein wohlberechnetes Spiel ſogar beſſere Naturen umſtrickt. Was iſt dieſem gefährlichen Menſchen nicht Alles mög⸗ lich? Mein Leben liegt in ſeiner Hand, wie Ihre Ehre, Mylord. Er darf nur wünſchen, und ich werde in meinem Schloß ermordet; er darf nur wünſchen, und
Sie werden in Ihren Caſernen überrumpelt, entwaff⸗
net, geſchändet. Um ſich ſeiner zu erwehren, müſſen wir gleiche Waffen gegen ihn brauchen: Liſt, Ver⸗ ſchlagenheit.“
Dieſes Argument wirkte ſchlagend auf die Be⸗ denklichkeiten des beſchränkten Obriſten. Kildare hatte ihn bei der rechten Stelle gefaßt; die vorgeſpiegelte Schande, ſich von den Rebellen entwaffnet, gefangen zu ſehen, griff ihm ſchon jetzt an das Herz, und er


