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Lord, der die Oede des Hauſes gar nicht zu bemer⸗ ken ſchien. Der Pächter hütete ſich wohl, ihn darauf aufmerkſam zu machen, befand ſich aber in der tödt⸗ lichſten Verlegenheit und der geſpannteſten Erwartung, was dies zu bedeuten habe. Da ſchlug, während ſie langſam und lautlos den langen, winkeligen, gothiſch geſchweiften Corridor dahin ſchlichen, die Thurmuhr des Schloſſes mit langgezogenen, ſchauerlich ſchrillen⸗ den Tönen zwölfmal, und die Schläge hallten in dem Gewölbe nach. Die Nacht grinſte ſie aus allen Win⸗ keln an und wehrte ſich mit dichten Schleiern gegen das ohnmächtige Licht, deſſen Strahl es nicht in ihre Heiligthümer dringen ließ. Das alte unfreundliche Schloß war jetzt doppelt unheimlich; Oede und Grau⸗ ſen ſchienen ihre Wohnung darin aufgeſchlagen zu ha⸗ ben, und auch Morries wurde es bei jedem Schritte unwohler. Der vorleuchtende Diener bog eben um eine vorſpringende Wand, als er einen dumpfen Schrei ausſtieß und das Licht fallen ließ. Beim letzten Schimmer deſſelben, eh' es verlöſchte, ſchweiften des Lords Augen vorwärts; auch er ſtöhnte:„O mein Gott, Sir Williams Geiſt!“ und ſank ohnmächtig zu Boden. Der Diener war entflohen, Morries' Haar ſträubte ſich, als er beim dürftigen Mondſtrahl, der ſich durch eines der hohen düſtern Bogenfenſter ſtahl, mehre geſpenſterhafte Geſtalten raſch an ſich vorbei⸗ huſchen ſah; im Hintergrunde lärmte ein ſeltſames Geräuſch, Lichtſtrahlen blitzten plötzlich auf und zitter⸗ ten raſch vorüber, Schatten liefen haſtig an den ho⸗ hen Wänden hin, dann verſank Alles wieder in Nacht und tiefes Schweigen; nur des Mondes ſchwermüthiger Blick dämmerte durch das Fenſter, nur die ſchweren Athemzüge des Lords waren zu hören. Dem erſchrocke⸗ nen Pächter wollte es trotz ſeiner Angſt bedünken, als ſei


